Lernen und nachhaltige berufliche Ausbildung - LunA
Innerhalb des BLK-Modellversuchsprogramms skola führen die Bundesländer Hamburg und Hessen den Verbund-Modellversuch LunA - "Lernen und nachhaltlige berufliche Ausbildung" durch.
Der Modellversuch verknüpft "Selbst gesteuertes Lernen" in Aus- und Fortbildung von Lehrerinnen und Lehrern mit der Weiterentwicklung des Unterrichts in beruflichen Schulen.
Zur Bearbeitung der Leitfragen sind in Hamburg und Hessen je eine Lehrerausbildungsinstitution und mehrere berufliche Schulen beteiligt. Dabei unterscheiden sich die Lehrerausbildungsinstitutionen und die beteiligten beruflichen Schulen jeweils in ihrer Zielgruppe.
Hamburg
Innerhalb des Modellversuchs gilt in Hamburg das Interesse Schülerinnen und Schülern, denen der Übergang in eine berufliche Ausbildung beziehungsweise in eine Erwerbsarbeit noch nicht gelungen ist. Diese besuchen in der Regel die Berufsvorbereitungsschule oder eine Ausbildungsvorbereitungsmaßnahme.
Hessen
In Hessen gilt das Interesse den Berufsschülern, die durch veränderte Lehr-Lern-Arrangements in die Lage versetzt werden sollen, Probleme zu strukturieren, Lösungsalternativen zu erarbeiten, Entscheidungen zu treffen und diese einzeln oder im Team umzusetzen.
Leitfragen bzw. Arbeitsfelder
Für den Modellversuch wurden Leitfragen formuliert, die in vier Arbeitsfeldern zusammengefasst wurden.
Die Fragen werden - mit unterschiedlichen Schwerpunkten - in Hamburg als auch in Hessen bearbeitet.
Wie müssen Lehrkräft ausgebildet bzw. weiterqualifiziert werden, damit sie selbst gesteuerte und kooperative Lernprozesse initiieren und sinnvoll begleiten können?
Wie muss für künftige Lehrerinnen und Lehrer die Ausbildungscurricula gestaltet werden, damit selbst gesteuertes Lernen für sie selbst erlebbar wird?
Welche Netzwerke fördern nachhaltig die berufliche Aus-, Fort- und Weiterbildung der Lehrerinnen und Lehrer an beruflichen Schulen?
Arbeitsfeld 2: Unterrichtsentwicklung
Verbessert selbst gesteuerter Unterricht nachhaltig die Lernergebnisse der Schülerinnen und Schüler?
Inwieweit können Schülerinnen und Schüler mit selbst gesteuertem Unterricht über die Erfordernisse standardisierter Prüfungen hinaus gefördert werden?
Wie können bei selbst gesteuertem Unterricht die individuellen und auch kulturellen Lernvoraussetzungen der Schülerinnen und Schüler besser berücksichtigt werden?
Inwieweit können die Gestaltungsansätze des selbst gesteuerten Unterrichts und des Unterricht mit Produktions- bzw. Projektorientierung (z.B. in der Berufsvorbereitungsschule) nachhaltig verknüpft werden?
Inwieweit kann durch selbst gesteuerten Unterricht die Selbstwirksamkeitserwartung der Lernenden gestärkt werden.
Arbeitsfeld 3: Begleitinstrumente
Wie können die Potentiale der Informations- und Kommunikationstechnologien zur Unterstützung selbst gesteuerten Lernens optimal eingesetzt werden?
Welche Begleit- bzw. Steuerungsinstrumente sind für die erfolgreiche Durchführung selbst gesteuerten Unterrichts erforderlich?
Arbeitsfeld 4: Schulentwicklung
Welche Gelingensbedingungen sind für die Durchführung selbst gesteuerten Unterrichts innerhalb der Schule und der Klasse erforderlich?
Welche Bildungsnetzwerke fördern nachhaltig die Unterrichsentwicklung an beruflichen Schulen?
Das BLK-Programm SKOLA
Skola: "Selbst gesteuertes und kooperatives Lernen in der beruflichen Erstausbildung".
SKOLA ist ein Programm der Bund-Länder-Kommission für Bildungsplanung und Forschungsförderung.
1. Die Weiterentwicklung, Erprobung und Evaluation von didaktischen Konzepten zur Förderung selbst gesteuerten und kooperativen Lernens auf verschiedenen Ebenen der beruflichen Erstausbildung.
2. Das intensivere Nutzen der didaktischen Potenziale moderner Informations- und Kommunikationstechnologien in der beruflichen Erstausbildung.
3. Die Entwicklung praxisrelevanter Beiträge zur Etablierung einer zeitgemäßen Lernkultur und -organisation sowie zur Verankerung selbst gesteuerten und kooperativen Lernens in der beruflichen Erstausbildung.
Förderung
Der Modellversuch LunA wird gefördert zu gleichen Teilen vom Bundesministerium für Bildung und Forschung und von den beteiligten Bundesländern.
Der Verbundmodellversuch LunA wird koordiniert von einer Steuerungsgruppe, in der Vertreter der antragstellenden Behörden bzw. Ministerien, die Projektleitungen von Hamburg und Hessen und die wissenschaftlichen Begleitungen zusammenarbeiten.